Seit längerem schon werden die Burgenrestaurierungen des 19. Jahrhunderts als wichtige Schritte auf dem Weg zur modernen Denkmalpflege gewertet. Wurden Burgen jedoch nach 1945 restauriert, bleiben diese Maßnahmen häufig unerwähnt und unbeachtet. Dies hat zu der Fehlannahme geführt, dass hier nur noch erhaltende Konservierungen, nicht aber gestaltende Veränderungen an Burgen und Burgruinen durchgeführt wurden. Dieser Vortrag, der auf der Dissertation der Vortragenden beruht, will hiermit aufräumen und zeigt dazu die Bandbreite an gestaltenden Eingriffen beispielhaft an den rheinland-pfälzischen Burgen Trifels und Sterrenberg auf. Dabei werden die Gründe für die Restaurierungen von in öffentlicher Hand befindlicher Burgen untersucht und die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge, insbesondere die Suche nach historischer Identität in der postnationalsozialistischen Bundesrepublik, beleuchtet.
Cornelia Thielmann studierte Mittelalterarchäologie, Kunstgeschichte und Denkmalpflege in Tübingen und Bamberg. Seit 2020 promoviert sie in den Denkmalwissenschaften und arbeitete von 2021 bis 2025 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien der Universität Bamberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Burgen sowie Diversity im Kulturerbe.
Der Zugang zur Veranstaltung und die Teilnahme sind kostenfrei.
Ort: Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein, Cantina
Dauer: ca. 70 Minuten
Anmeldung: erforderlich unter 0261 6675-5000 oder bsa.anmeldung(at)gdke.rlp.de